Wie wird die Abiturnote an der Waldorfschule in NRW berechnet?
Die Waldorfschule in NRW hat eine eigene Prüfungsordnung. Die Abiturnote ergibt sich aus zwei Prüfungsteilen: PT1 umfasst vier schriftliche Prüfungen (max. 660 Punkte), PT2 umfasst zwei mündliche Prüfungen und zwei Kursnoten aus der 13. Klasse (max. 240 Punkte). Zusammen sind maximal 900 Punkte möglich.
PT1 – Schriftliche Prüfungen (max. 660 Punkte)
Im ersten Prüfungsteil werden vier Fächer schriftlich geprüft:
- LK1 und LK2 (Leistungskurse): jeweils mit Faktor 13 multipliziert — max. 195 Punkte pro Fach
- GK1 und GK2 (Grundkurse): jeweils mit Faktor 9 — max. 135 Punkte pro Fach
Mindestens 220 Punkte in PT1 sind erforderlich. Mindestens 2 Fächer müssen ≥ 5 Punkte erreichen, darunter mindestens ein Leistungskurs.
PT2 – Mündliche Prüfungen & Kursnoten (max. 240 Punkte)
Der zweite Prüfungsteil besteht aus vier Elementen, alle mit Faktor 4 gewichtet:
- GK3 und GK4: mündliche Prüfungen — max. 60 Punkte pro Fach
- GK5 und GK6: Kursnoten aus dem 2. Halbjahr der 13. Klasse — max. 60 Punkte pro Fach
Mindestens 80 Punkte in PT2 sind Pflicht. Mindestens 2 der 4 Elemente müssen ≥ 5 Punkte erreichen, davon mindestens eine mündliche Prüfung (GK3 oder GK4).
Gesamtpunktzahl und Abiturnote
PT1 + PT2 ergeben die Gesamtpunktzahl (max. 900). Die Notenumrechnung ist dieselbe wie an allen NRW-Schulformen:
- 823–900 Punkte → 1,0
- 643–660 Punkte → 2,0
- 463–480 Punkte → 3,0
- 300 Punkte → 4,0 (Mindestpunktzahl)
Zum Bestehen werden außerdem Defizitgrenzen geprüft: Maximal 3 Defizite (Fächer unter 5 Punkten) insgesamt — unter Berücksichtigung der besonderen Regel, dass maximal 1 LK-Defizit erlaubt ist, wenn GK-Defizite vorhanden sind.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen der Waldorf-PO und der APO-GOSt?
Waldorfschüler legen keine klassische Qualifikationsphase (Block I) ab, sondern eine externe Prüfung in zwei Teilen. PT1 (schriftlich) entspricht grob Block II am Gymnasium, PT2 (mündlich + Kursnoten) ergänzt das Ergebnis. Die Faktoren (13, 9, 4) unterscheiden sich von den Gym-Faktoren.
Was zählt als Kursnote in PT2?
GK5 und GK6 in PT2 sind die Zeugnisnoten (Kursnoten) aus dem 2. Halbjahr der 13. Klasse — nicht Prüfungsnoten, sondern Unterrichtsleistungen. Sie werden ebenfalls mit Faktor 4 in die Gesamtpunktzahl eingerechnet.
Was passiert bei einem Defizit?
Ein Fach unter 5 Punkten gilt als Defizit. Es gelten kombinierte Defizitregeln: Maximal 2 GK-Defizite wenn kein LK-Defizit vorliegt, oder maximal 1 GK-Defizit wenn ein LK ein Defizit hat. Insgesamt dürfen nicht mehr als 3 Defizite über beide Prüfungsteile entstehen.
Zählt das Waldorf-Abitur genauso wie ein reguläres Abitur?
Ja. Das Waldorf-Abitur in NRW ist staatlich anerkannt und vollwertig. Die Note wird auf derselben 300–900-Punkte-Skala berechnet wie an Gymnasium, Berufskolleg oder Weiterbildungskolleg.
Ab wie vielen Punkten wird das Waldorf-Abitur bestanden?
Mindestens 300 Gesamtpunkte — bei gleichzeitiger Erfüllung aller Mindestanforderungen: PT1 ≥ 220 Punkte, PT2 ≥ 80 Punkte, keine unerlaubten Defizite.